Ullrich: "Habe mich nicht freigekauft"

Veröffentlicht auf von Sportfan

Jan Ullrich hat sich 24 Stunden nach der Einstellung des Betrugs-Verfahrens gegen seine Person und einer Zahlung von 250.000 Euro zu Wort gemeldet: "Zunächst einmal bin ich froh, dass die strafrechtlichen Vorwürfe vom Tisch sind. Für das Nachtreten des Staatsanwaltes habe ich kein Verständnis."

Der Tour-de-France-Sieger von 1997, der seine Karriere aufgrund seiner Verwicklung in die spanische Dopingaffäre um Eufemiano Fuentes auf einer Pressekonferenz am 26. Februar 2007 beendete, äußerte sich in einem Interview mit der "Bild-Zeitung". Die Aussage des Bonner Staatsanwaltes Fred Apostel, Ullrich habe zu Dopingmitteln gegriffen, stießen dem 34-Jährigen sauer auf: "Fakt ist, die Betrugs-Vorwürfe haben sich nicht bestätigt."

Ullrich will Familie schützen

Von einer erneuten Klage will Ullrich allerdings absehen, da er "von gerichtlichen Auseinandersetzungen genug habe". Ebenfalls nicht konform geht der ehemalige Radprofi mit der Anschuldigung, er habe sich freigekauft: "Ich habe mich nicht freigekauft. Weil dieser Vorwurf absehbar war, habe ich lange gezögert, das Angebot der Staatsanwaltschaft anzunehmen. Das Verrückte ist doch: Es hätte mich viel mehr Kraft und viel mehr Geld gekostet, bis zum Freispruch zu kämpfen." Mit der Entscheidung, sich auf einen Vergleich einzulassen, wollte der zweifache Familienvater vordergründig seine Familie schützen.

Ullrich legt Wert auf die Tatsache, dass die Ermittlungen ohne eine Schuldfeststellung beendet wurden. Ein Geständnis konnte es ebenfalls nicht geben, "da er niemanden betrogen habe". Die Frage, ob er nach den Erfahrungen von heute etwas anders gemacht hätte, beantwortete er mit einem deutlichen "Nein".

"Will die Begeisterung weitergeben"

Angst, die Olympische Goldmedaille von 2000 zu verlieren, hat der zweifache Weltmeister im Einzelzeitfahren (1999 und 2001) nicht: "Ich wüsste nicht, warum das passieren sollte, denn auch diese Medaille habe ich fair gewonnen."

Die Zukunft will Ullrich nach all den Turbulenzen seit seiner spektakulären Ausbootung von der Tour de France 2006 zusammen mit seiner Familie erst einmal ruhig angehen. Trotz der Querelen um seine Person und dem Image-Schaden in der breiten Öffentlichkeit ist Ullrich der Spaß am Radsport nicht verloren gegangen: "Der Radsport bleibt meine große Leidenschaft - diese Begeisterung will ich an andere weitergeben."

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