Freitag, 25. april 2008
Ohne den Torjäger vom Dienst gelang dem frisch gekürten DFB-Pokalsieger nur ein 1:1 gegen Zenit St. Petersburg. Im Rückspiel am 1. Mai ist Luca Toni wieder dabei - und muss sich auf einen "tollen Platz" einstellen.

Ob Luca Toni ihn reingemacht hätte? Nicht wenige der 66.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion des FC Bayern München erinnerten sich in der Nachspielzeit schmerzlich an die Gelbsperre des Italieners. Sein "Vertreter" Lukas Podolski, wenn man diesen angesichts mangelnder Kaltschnäuzigkeit überhaupt so nennen darf, kam in der Schlussphase des UEFA-Cup-Halbfinals gegen Zenit St. Petersburg im Strafraum der Russen frei zum Schuss, schlenzte den Ball aber hauchdünn rechts am Tor vorbei.

Somit blieb es beim 1:1. "Es lag nicht an einem Mann", wollte der mit einer gebrochenen Nase aufgelaufenen Mark van Bommel (das gleiche Schicksal ereilte im Spiel auch Miroslav Klose) das gefährliche Resultat gegen den russischen Titelträger zumindest öffentlich nicht am Fehlen des hauptberuflichen Goalgetters festmachen. "Luca Toni ist nun einmal Luca Toni", formulierte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld viel sagend. "Ihn zu ersetzen, ist natürlich schwer", drückte er sich dann deutlicher aus, nicht aber ohne hinzuzufügen: "In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und hätten höher führen müssen."

"Wir wollten den Ball ins Tor tragen"

Bestraft wurde der deutsche Rekordmeister nach gut einer Stunde durch Viktor Fayzulin, dessen scharfe Hereingabe Lucio ins eigene Tor köpfte. Immerhin besaß der brasilianische Innenverteidiger anschließend die beste Gelegenheit des FCB im zweiten Durchgang, scheiterte aber mit seinem Gewaltschuss am bestens aufgelegten St. Petersburger Schlussmann Vyacheslav Malafeev.

Vor dem Seitenwechsel versäumten es die Münchner, aus der Überlegenheit mehr Kapital zu schlagen. "Wir wollten den Ball ins Tor tragen", kritisierte Hitzfeld. Zu oft zögerten die Süddeutschen - namentlich wurde vom Coach Bastian Schweinsteiger genannt - mit dem Torschuss und entschieden sich stattdessen für einen abermaligen Querpass. Einzig Franck Ribéry war es vergönnt, Malafeev zu überwinden - und dies auch erst im Nachschuss eines schwach ausgeführten Elfmeters (18. Minute). Zuvor hatte Zenits rechter Außenverteidiger Fernando Ricksen Zé Roberto zu Fall gebracht. "In der ersten halben Stunde haben wir hervorragend gespielt, aber die Chancen nicht genutzt", wusste van Bommel zu berichten.

Ein gut gelaunter Dick Advocaat

Lange hielt sich der Niederländer aber nicht mit dem Remis auf. "Gegen Getafe haben wir auch schon 1:1 gespielt", blickte der 31-Jährige trotzig in Richtung Rückspiel am 1. Mai in der Zarenstadt. Dort warten auf Zenit "mehr Probleme als auf Bayern", wenn man dem St. Petersburger Trainer Dick Advocaat glauben darf. Mit den Außenverteidigern Ricksen und Radek Sirl sowie Superstar Andrei Arshavin fallen gleich drei Akteure, die in München noch mitwirkten, mit einer Gelbsperre aus.

Sichtlich amüsiert ob des deutsch-englisch-russischen Sprachengewirrs und der überforderten Übersetzer bei der Pressekonferenz blickte Advocaat launig aufs erneute Aufeinandertreffen mit den Bayern in der kommenden Woche voraus. Den matschigen Spieluntergrund im einstigen Leningrad beschrieb der Niederländer als "tollen Platz". Auf die unter Druck stehenden Bayern warte "eine große Überraschung".
von Sportfan veröffentlicht in: Fussball Community: Sport
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Kommentare

Völlig unverständlich, warum der FC Bayern ab der 50. Minute eingebrochen ist. Sagt mein Lebensgefährte. Ich muß ihm zustimmen, obwohl ich keine Ahnung von Fußball habe. Alles nach Drehbuch (inklusive Gegentor und dreier Gelber Karten, die zu Sperren im Rückspiel führten)? Schon Bayern - Getafe plus Rückspiel verliefen verdächtig spannungsorientiert, nicht wahr?
Kommentarnr.: 1 Gepostet von: Beate (Website) am: 25/04/2008 13:15:19
Da wurde die Überheblichkeit der Bayern wieder mal bestraft. Sonst haben die Münchner ja immer das Glück, ein Geschenk-Tor zu bekommen, diesmal hat Lucio den Russen eins geschenkt.
Man kann es eigentlich nur Unfähigkeit nennen, wie die Bayern vorm Tor agiert haben. Ganz selten mal wirklich gefährliche Angriffe und dann wurden die Chancen von den hochbezahlten (und hoffnungslos überschätzten) "Profis" auch noch sinnlos versiebt. Ob Klose, Podolski oder Schweinsteiger, es war sauschwach, was da abgeliefert wurde.
Mein Tipp für's Rückspiel: 3:1 für Zenit, Petersburg ist nicht Getafe.
Kommentarnr.: 2 Gepostet von: etzelmania (Website) am: 25/04/2008 14:14:15
Hallo Sportfan,
hier ist nochmal Bergschnaufer. Zwar kann ich meine Artikel jetzt in die Community setzen, aber unter "Die Blogs dieser Community" tauche ich nach wie vor nicht auf. Muss ich noch irgendwas machen, um da auch noch reinzukommen?
Schonmal vielen Dank für die Antwort,
Bergschnaufer
Kommentarnr.: 3 Gepostet von: Bergschnaufer (Website) am: 27/04/2008 19:11:52

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