Ohne den Torjäger vom Dienst gelang dem frisch gekürten DFB-Pokalsieger nur ein 1:1 gegen Zenit St. Petersburg. Im Rückspiel am 1. Mai ist Luca Toni wieder dabei
- und muss sich auf einen "tollen Platz" einstellen.
Ob Luca Toni ihn reingemacht hätte? Nicht wenige der 66.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion des FC Bayern München erinnerten sich in der Nachspielzeit schmerzlich an die Gelbsperre des
Italieners. Sein "Vertreter" Lukas Podolski, wenn man diesen angesichts mangelnder Kaltschnäuzigkeit überhaupt so nennen darf, kam in der Schlussphase des UEFA-Cup-Halbfinals gegen Zenit St.
Petersburg im Strafraum der Russen frei zum Schuss, schlenzte den Ball aber hauchdünn rechts am Tor vorbei.
Somit blieb es beim 1:1. "Es lag nicht an einem Mann", wollte der mit einer gebrochenen Nase aufgelaufenen Mark van Bommel (das gleiche Schicksal ereilte im Spiel auch Miroslav Klose) das
gefährliche Resultat gegen den russischen Titelträger zumindest öffentlich nicht am Fehlen des hauptberuflichen Goalgetters festmachen. "Luca Toni ist nun einmal Luca Toni", formulierte
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld viel sagend. "Ihn zu ersetzen, ist natürlich schwer", drückte er sich dann deutlicher aus, nicht aber ohne hinzuzufügen: "In der ersten Halbzeit waren wir klar
besser und hätten höher führen müssen."
"Wir wollten den Ball ins Tor tragen"
Bestraft wurde der deutsche Rekordmeister nach gut einer Stunde durch Viktor Fayzulin, dessen scharfe Hereingabe Lucio ins eigene Tor köpfte. Immerhin besaß der brasilianische Innenverteidiger
anschließend die beste Gelegenheit des FCB im zweiten Durchgang, scheiterte aber mit seinem Gewaltschuss am bestens aufgelegten St. Petersburger Schlussmann Vyacheslav Malafeev.
Vor dem Seitenwechsel versäumten es die Münchner, aus der Überlegenheit mehr Kapital zu schlagen. "Wir wollten den Ball ins Tor tragen", kritisierte Hitzfeld. Zu oft zögerten die Süddeutschen -
namentlich wurde vom Coach Bastian Schweinsteiger genannt - mit dem Torschuss und entschieden sich stattdessen für einen abermaligen Querpass. Einzig Franck Ribéry war es vergönnt, Malafeev zu
überwinden - und dies auch erst im Nachschuss eines schwach ausgeführten Elfmeters (18. Minute). Zuvor hatte Zenits rechter Außenverteidiger Fernando Ricksen Zé Roberto zu Fall gebracht. "In der
ersten halben Stunde haben wir hervorragend gespielt, aber die Chancen nicht genutzt", wusste van Bommel zu berichten.
Ein gut gelaunter Dick Advocaat
Lange hielt sich der Niederländer aber nicht mit dem Remis auf. "Gegen Getafe haben wir auch schon 1:1 gespielt", blickte der 31-Jährige trotzig in Richtung Rückspiel am 1. Mai in der Zarenstadt.
Dort warten auf Zenit "mehr Probleme als auf Bayern", wenn man dem St. Petersburger Trainer Dick Advocaat glauben darf. Mit den Außenverteidigern Ricksen und Radek Sirl sowie Superstar Andrei
Arshavin fallen gleich drei Akteure, die in München noch mitwirkten, mit einer Gelbsperre aus.
Sichtlich amüsiert ob des deutsch-englisch-russischen Sprachengewirrs und der überforderten Übersetzer bei der Pressekonferenz blickte Advocaat launig aufs erneute Aufeinandertreffen mit den
Bayern in der kommenden Woche voraus. Den matschigen Spieluntergrund im einstigen Leningrad beschrieb der Niederländer als "tollen Platz". Auf die unter Druck stehenden Bayern warte "eine große
Überraschung".
von Sportfan
veröffentlicht in:
Fussball
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