Formel 1 - Hamilton behält den Durchblick im Chaos

Veröffentlicht auf von Sportfan

Lewis Hamilton hat im Regen-Chaos von Monaco den Durchblick behalten und die Führung in der WM-Wertung übernommen. Der McLaren-Mercedes-Pilot setzte sich vor Robert Kubica (BMW Sauber) und Felipe Massa (Ferrari) durch. Sebastian Vettel landete im Toro Rosso auf einem sensationellen fünften Platz.


Ferrari-Pilot Felipe Massa konnte seine Pole beim prestigeträchtigsten Rennen des Jahres nicht nutzen und hatte im Chaos von Monte Carlo auf Rang drei (+4,811) das Nachsehen. Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton hingegen zog das große Los bei der Regenlotterie im Fürstentum und beendete nach seinem zweiten Erfolg der Saison die Siegesserie der Scuderia, obwohl der Brite nach einem Reifenschaden in der fünften Runde bereits in die Box musste. Der 23-Jährige übernahm zudem auch wieder die Gesamtführung der WM-Wertung, da Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari lediglich auf Platz neun landete (+33,792) und somit erstmals in dieser Saison leer ausging. "Das wird immer ein Highlight meiner Karriere sein", sagte Hamilton nach seinem Triumph.

Erstmals ohne Traktionskontrolle im Regen

Beim ersten Rennen unter feuchten Bedingungen seit dem Verbot der Traktionskontrolle ging es im Straßendschungel von Monte Carlo über lange Strecken äußerst chaotisch zu - es gab zahlreiche Berührungen, Rutscher, Kollisionen sowie Safety-Car-Phasen - verletzt wurde glücklicherweise niemand. Ständig wechselten die Witterungsverhältnisse, was die Teams in regelmäßigen Abständen zu Reifenwechseln an den Autos veranlasste.

Zu Beginn sah auf den regennassen Straßen alles nach einem Start-Ziel-Erfolg des Brasilianers Massa aus, doch nachdem sich dieser in der 15. Runde verbremste, verlor der Ferrari-Pilot die Führung an Robert Kubica. Nach einem regulären Boxenstopp des BMW Sauber-Piloten übernahm die Scuderia durch Massa wieder die Führung. In der 33. Runde verlor Massa diese aufgrund eines Tankstopps jedoch wieder und Lewis Hamilton setzte sich erstmals an die Spitze des Feldes, wo der Brite auch bis zum Ende des Rennens blieb.

"Das war ein Alptraum"

Zur tragischen Figur des Tages avancierte Adrian Sutil, der elf Minuten vor Schluss auf Rang vier in seinem Werksferrari von Räikkönen abgeschossen wurde. Während Räikkönen in seinem Ferrari nach einem Boxenstopp wieder weiterfahren konnte, musste der 25-Jährige seinen Force-India-Boliden verlassen. "Ich konnte es einfach nicht glauben. Das war wie ein Alptraum", sagte der zutiefst enttäuschte Sutil, der in der Box sogar einige Tränen verdrücken musste. "Dass es ausgerechnet mich trifft, wenn ich gerade vorne mitfahre, ist kaum zu fassen." Der 14. der WM-Wertung stand nach einem sensationellen Rennen mit 16 Überholmanövern kurz vor dem größten Erfolg seiner noch jungen Formel-1-Karriere, doch das Glück blieb ihm in der Regenlotterie an der Cote d'Azur verwehrt. ""Natürlich ist das hart für ihn. Es tut mir sehr Leid. Wenn ich es hätte entscheiden können, wäre ich nicht in ihn reingefahren. Aber so ist Rennsport", sagte Weltmeister Räikkönen.

Einziger Lichtblick unter den fünf deutschen Fahrern war Sebastian Vettel (+24,657) auf dem fünften Rang - der 20-Jährige sicherte sich im neuen Toro Rosso STR 3 die ersten vier Punkte des Jahres, obwohl er vom 18. Platz starten musste. Nico Rosberg erwischte nach einem starken Qualifying und einem Platz in der dritten Startreihe jedoch einen rabenschwarzen Tag - nach zwei gebrochenen Frontflügeln und einer hervorragenden Aufholjagd in den regennassen Straßen von Monte Carlo, verlor der 22-Jährige in der Schwimmbad-Passage die Kontrolle über seinen Williams-Boliden und musste das Rennen 17 Runden vor Schluss beenden. Rosberg blieb bei dem Unfall glücklicherweise unverletzt.

Heidfeld im Pech

Timo Glock (Toyota) fuhr auch kein fehlerfreies Rennen und musste sich nach einigen Drehern und Zwangs-Boxenstopps mit Rang zwölf zufrieden geben. Während sein Teamkollege Robert Kubica sich dem Sieger Lewis Hamilton nur knapp geschlagen geben musste (+3,064), war Nick Heidfeld vom Pech verfolgt. Der BMW Sauber-Pilot landete auf dem letzten Platz (+ vier Runden) - zur Höchststrafe kam es jedoch bereits nach 19 Runden, als der Deutsche von seinem Teamkollegen überrundet wurde. Vorausgegangen war ein Auffahrfehler des Spaniers Fernando Alonso (Renault). "Er hat mein Auto komplett kaputt gemacht und danach ging nichts mehr", ärgerte sich Heidfeld, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf lag. "Man braucht da keine Krise andichten. Es ist offensichtlich, dass ich im Moment nicht zu Recht komme, dass ich nicht die Pace fahren kann, die das Auto hat", ergänzte der Deutsche. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hingegen lobte die Leistung des 31-Jährigen: "Das war eine ganz andere Leistung als in der Qualifikation. Er ist aggressiv gefahren. So wollen wir ihn sehen."

In der Fahrerwertung führt Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) nach sechs Rennen mit 38 Punkten vor Kimi Räikkönen (35), Felipe Massa (34) und Robert Kubica (32). Nick Heidfeld ist auf Platz fünf (20) bester Deutscher. In der Konstrukteurs-Wertung liegt die Scuderia (69) vor den Silberpfeilen (53) und BWM Sauber (52).

Veröffentlicht in Motorsport

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Silberpfeilfan 07/16/2009 16:45

ich habe ein cooles Hamilton und Mercedesvideo gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=DcKwgnnc82s
Viel Spaß beim schauen