Kiefer nicht fit genug für Paris

Veröffentlicht auf von Sportfan

Nach der erwarteten Absage von Tommy Haas zog auch Nicolas Kiefer seine Teilnahme an den French Open zurück. Ohne hundertprozentige Fitness mache der Antritt bei einem der härtesten Turniere keinen Sinn, erklärte der 30-Jährige. Schon im Vorjahr hatte Kiefer wegen einer Handverletzung gefehlt.

Es hatte sich bereits angedeutet, als Nicolas Kiefer am Freitagnachmittag zutiefst enttäuscht den Platz des Düsseldorfer Rochusclubs verlassen hatte. Nach seiner Dreisatzniederlage gegen Dimitri Tursunow saß der Frust tief beim 30-Jährigen, besonders darüber, dass er sich so kurz vor den French Open nicht zu hundert Prozent wohl fühlte.

Seit seiner schweren Handgelenksverletzung vor genau zwei Jahren in Paris, die eine einjährige Zwangspause nach sich zog, hatte er stets betont, nur noch bei wichtigen Turnieren antreten zu wollen und vor allem nur dann, wenn er sich körperlich in optimaler Verfassung befände. Nach der Woche in Düsseldorf spürte Kiefer, dass das derzeit nicht der Fall ist und er gerade beim kräftezehrenden Sandplatzevent in Paris nicht konkurrenzfähig wäre. Als Konsequenz sagte er am Samstag seine Teilnahme ab.

"Muss zu hundert Prozent frisch sein"

"Das Wichtigste ist für mich, dass ich zu hundert Prozent frisch in ein Turnier reingehe und dass ich mich wohl fühle und Vertrauen habe. Wenn das nicht der Fall ist, dann macht es einfach keinen Sinn", erklärte Kiefer, der sich zudem noch eine Halsentzündung zugezogen hatte.

Für Kiefer hätte sich in Paris, wie er selbst es nannte, "der Kreis geschlossen", denn bei diesem Turnier wäre er genau seit einem kompletten Jahr wieder auf der Tour unterwegs gewesen. Der Hannoveraner hatte während dieser Zeit ein beeindruckendes Comeback hingelegt und sich innerhalb von nur vier Monaten zurück in die Top 50 gespielt. Er sei immer noch nicht satt, betonte Kiefer und schob damit auch etwaige Fragen nach einem baldigen Karriereende beiseite.

Kein Gedanke ans Karriereende

"Der einfachste Weg wäre es, alles einfach hinzuwerfen, aber dafür ist mir alles doch zu schade. Ich weiß, was ich alles investiert habe. Ich weiß, dass die Fans hinter mir stehen, und ich weiß, wie sehr ich diesen Sport liebe", sagte Kiefer, der bereits mit Wimbledon und den Olympischen Spielen in Peking die persönlichen Höhepunkte in diesem Jahr fest anvisiert hat. Im heimischen Hannover will er sich in den nächsten Tagen die nötige Fitness zurückholen und dann frühzeitig ins westfälische Halle reisen, um sich auf die Rasensaison vorzubereiten.

"Mit der momentanen Situation bin ich sicher nicht zufrieden, aber ich werde wieder auf den richtigen Weg zurückfinden. Nur ist es ein harter und steiniger Weg. Doch ich weiß ich ja, wofür ich jeden Tag so hart arbeite", sagte Kiefer. 

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