UEFA Cup - "Unter Druck läuft es besser"

Veröffentlicht auf von Sportfan

Über Madrid hingen schwere Wolken, als der Lufthansa-Airbus A321 mit dem Bayern-Tross an Bord zur Landung ansetzte. Ein schlechtes Omen? Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel ist ein Scheitern im Viertelfinale des UEFA Cups gegen den FC Getafe (heute, 20:45 Uhr im Live-Ticker) nicht völlig unrealistisch.

Es wäre eine Sensation: Während die Meisterschale sich bereits auf dem Weg von Stuttgart an die Isar befindet und der DFB-Pokal quasi abholbereit in Berlin steht, droht Bayern Münchens Traum vom Titel-Triple in einem Vorort von Madrid zu platzen. Die Stadt des Ex-Clubs von Bernd Schuster liegt 14,3 Kilometer vom Kern der spanischen Hauptstadt entfernt, beherbergt gerade einmal 158.363 Einwohner und im Zentrum gibt es einen Brunnen namens Cibelina. Aber das sei nur am Rande erwähnt. Die Bayern täten ohnehin besser daran, sich auf Wesentliches zu konzentrieren.

Denn der Rekordmeister plant fest mit einem Weiterkommen. Das bestätigt auch Trainer Ottmar Hitzfeld: "Ich bin überzeugt davon, dass wir das Finale erreichen werden. Wir werden frech nach vorne spielen. Wir sind immer gut für zwei Auswärtstore." Ein 2:2 würde reichen, aber Hitzfeld hat sich für alle Eventualitäten gewappnet - inklusive Elfmeterschießen: "Ich habe einen Zettel dabei, auf dem ein paar Schützen stehen. Ich gehe aber davon aus, dass wir es vorher schaffen."

Ans große Zittern mag vor der Reifeprüfung für die Millionen-Truppe um Ribery und Co. im mit 16.000 Zuschauern erstmals in seiner Geschichte ausverkauften "Coliseum Alfonso Perez" angesichts der Namen der Gegner wie Gavilan, Cotelo oder Licht aber niemand denken. "Wir haben die bessere Mannschaft und wunderbare Spieler", betonte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge und untermauerte vielmehr die Titel-Ambitionen: "Unser Ziel ist Manchester - und das werden wir morgen angehen."

Trotz der markigen Sprüche war im Flieger eine große Anspannung zu spüren. Logisch, denn ein Aus gegen Getafe würde einer Saison den Glanz nehmen, die insbesondere Hitzfeld und Oliver Kahn triumphal beschließen wollen. Darum beschwor der "Titan", für den seine internationale Karriere auf keinen Fall in der Provinz enden soll, vor seinem 140. Europacupspiel das Sieger-Gen des FC Bayern. "Vielleicht brauchen wir die Art von Drucksituation, um unser Potenzial zu entfalten."

Das sieht auch Manager Uli Hoeneß so. "Das wird endlich wieder eine richtige Europapokalschlacht, und das ist gut für uns. Denn unter Druck läuft es meist besser", weiß er. Hitzfeld zieht Selbstvertrauen aus dem mit zehn Mann errungenen 3:1-Sieg gegen den VfL Bochum vom Sonntag. "Die Spieler sind noch mehr zusammengerückt." Nur eine Veränderung dürfte er vornehmen: Beim Toreschießen ist Miroslav Klose neben UEFA-Cup-Topschütze Luca Toni (8 Treffer) wieder erste Wahl. "Miro hat gegen Bochum die richtige Reaktion gezeigt, nachdem er auf der Bank saß", lobte Hitzfeld den Nationalstürmer. Das bedeutet für Lukas Podolski: Zurück auf die Bank.

Personalsorgen beim Gastgeber

Anders als der FC Bayern hat der Gastgeber Personalsorgen. Fünf Profis können wegen Verletzungen oder Sperren nicht spielen, darunter die mit je vier Toren besten Schützen im UEFA-Cup, Pablo Hernandez und Granero. Zwar überzeugten die "Azulones" zuletzt beim 0:0 beim FC Barcelona, doch von den vergangenen fünf Pflichtspielen wurde keines gewonnen. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, denn ein 0:0 würde dem Tabellen-Zwölften der Primera Division zum Halbfinal-Einzug reichen. Und eines steht fest: In München würde es dann gewaltig gewittern...

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